Sie heiratet den Baron, aber sie hat ihn erst zweimal gesehen. Sie verlobt sich nur deswegen, weil ihr die Mutter so sagt. Auch der Zwang der gesellschaftlichen Norm scheint hier nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Effi träumt von einem gesellschaftlichen Aufstieg, sie will sich eines vernehmen Haus erfreuen. Innstetten könnte der Richtige sein, da er von Stand ist und nebenbei ist auch gut aussehend. Die Meinung Effis Mutter ist nicht zu unterschätzen- die Frau beurteilt Innerstten als einen ungewöhnlichen Menschenexemplar und einen Mann von starkem Charakter (Johannes Treppen widmet diesem Aspekt sehr viel Platz in seinem Werk). Das Problem liegt darin, dass Effis Träume von Ehe und Liebe ganz anders sind, als sie sich in der Realität zeigen werden- sie können einfach nicht erfüllt werden. Die beiden Protagonisten sind völlig anders- sie passen nicht zusammen. Die Charaktereigenschaften der beiden Partner sind sehr verschieden. Der Altersunterschied von zwanzig Jahren ist auch nicht zu unterschätzen. Innstetten hat schon früher für um Effis Mutter interessiert, hätte also quasi Effis Vater sein können (Ödipus- und Elektrakomplex sind bei Treppen leider nicht beschrieben worden). Dieses Altersunterschied zeigt sich in der Beziehung zwischen den Ehepartner, welche eher eine Beziehung ist, welche man zwischen dem Vater und der Tochter beobachtet.